Branchenkurs 2026 des Verbands Holzwerkstoffe Schweiz (HWS)

15.10.2026

Mitte Oktober absolvierten die Lernenden des zweiten und dritten Lehrjahrs einen zweitägigen Branchenkurs. Dabei vertieften sie ihr Wissen rund um den Werkstoff Holz und stellten zugleich ihr handwerkliches Geschick unter Beweis. Der zweite Tag fand in unserer Academy in Niederbipp statt.

Der Kurs startete bei der Stiftung WQ in Solothurn. Am ersten Halbtag setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Werkstoff Holz, dem Holzhandel, der Holzindustrie und der gesamten Wertschöpfungskette auseinander – abwechslungsreich vermittelt durch Gruppenarbeiten, Diskussionen und Rollenspiele.

Wissenswert:
Eine einzige Eiche transportiert pro Tag rund 300 bis 350 Liter Wasser von den Wurzeln bis in die Krone.

Nach einem stärkenden Mittagessen machte sich die Gruppe gemeinsam mit einer Försterin auf den Weg in den Wald. Dort nahmen die Teilnehmenden die verschiedenen Anspruchsgruppen und Akteure im Wald genauer unter die Lupe und diskutierten wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte. Besonders spannend war der Einblick in die Pflege des Jungwalds und in die vielfältigen Aufgaben des Forstdienstes. Trotz strömenden Regens wurde die Baumpflege direkt vor Ort anschaulich erklärt.

Wissenswert:
Auf einer einzigen Eiche können bis zu 1000 Tierarten leben.

Anschliessend besuchte die Kursgruppe die Unternehmen Späti Holzbau und Späti Innenausbau AG. Nach einem informativen Workshop zu verschiedenen Holzarten erhielten die Lernenden bei Rundgängen spannende Einblicke in beide Betriebe.

Nach den Unternehmensbesichtigungen ging es zunächst in die Unterkunft. Dort blieb Zeit, kurz durchzuatmen und die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Am Abend kehrte die Gruppe für die «Night Session» zur Stiftung WQ zurück. Nun stand das praktische Arbeiten mit Holz im Mittelpunkt: Die Lernenden fertigten unter anderem einen Holzwürfel im Holzwürfel sowie Kugelbahnen an und stellten ihr Geschick beim Hobeln und Nageln unter Beweis. Zwischendurch genossen alle gemeinsam ein feines Raclette an der Werkbank.

Wissenswert:
Im Schweizer Wald wächst innerhalb von drei Sekunden rund ein Kubikmeter Holz nach.

Der zweite Tag: Kuratle Academy in Niederbipp

Nach einer für die meisten eher kurzen Nacht wurde die Gruppe am zweiten Kurstag in der Academy in Niederbipp empfangen. Auf eine Präsentation zum Holzhandel im nationalen und internationalen Kontext folgten spannende Experimente im Materiallabor: Die Lernenden testeten an fünf Posten verschiedene Holzarten mit Gewichten, Hitze und Schlägen auf ihre Belastbarkeit und untersuchten, wie sie auf Wasser reagieren.

Martin Wyss, Geschäftsführer Wilma AG, leitete zu den Workshops an den Posten an. Mit äusserst fachkundigen Referaten brachte er den Lernenden auch die Materialeigenschaften von Holz anschaulich näher.

Silvia Furlan präsentiert Aufgaben von Holzhandel und HWS

In ihrem aufschlussreichen Vortrag beleuchtete Silvia Furlan in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des HWS die Rolle des Handels in der Holzwirtschaft. Gleich zu Anfang verwies sie auf das vielfältige Bild an Lehrstellen bei der Kuratle Group. Der Holzhandel sei eine der wenigen Branchen, die so viele unterschiedliche Stellen zu bieten habe.

Sie machte die Lernenden mit vielen Themen vertraut: 70 Prozent des Holzes kommen aus dem Ausland, da der Schweiz die entsprechende Industrie fehle. Der Holzhandel sei auch eine dynamische Branche, die sich entwickelt. «Holz boomt», sagt Silvia Furlan, «und deswegen sind Innovationen gefragt.»

Der Holzhandel hat sich jedoch verändert und durchmischt sich aktuell mit dem Baustoffhandel. Der Musterversand – eine der Aufgaben, die von Lernenden übernommen wird – zählt für Silvia Furlan zu den wichtigsten Aufgaben im Verkauf. Auch dass der HWS ein Dachverband sei, der sich an der Spitze um Kontakte in die Politik kümmere, kam zur Sprache.

Abschlussfahrt nach Biel

Nach diesem aufschlussreichen Vormittag und einem feinen Mittagessen besuchte die Kursgruppe das Swatch-Gebäude in Biel. Dort standen Architektur, Innovation und Pioniergeist im modernen Holzbau im Mittelpunkt.

Den Abschluss des Kurses bildete ein Besuch an der Berner Fachhochschule (BFH) in Biel. Die Lernenden erhielten Einblicke in vier aktuelle Forschungsgebiete – von innovativen Produkten aus Rinde bis hin zu Belastungsversuchen mit Gewichten. Ein abwechslungsreicher und spannender Abschluss eines intensiven zweitägigen Branchenkurses.