12.05.2026
Wer sagt, Praktiker seien nicht kreativ? Die Fachleute in der beruflichen Neuorientierung an der Stiftung WQ bewiesen am 13. März eindrücklich das Gegenteil.
Der Auftrag: Den Holzkreislauf zum Erlebnis machen
Am Donnerstag, 12. März 2026 erhielt die Gruppe 36 der Stiftung WQ Solothurn – neun erfahrene Schreiner und Holzbau-Fachleute – einen besonderen Auftrag: Die Kuratle Group suchte für ihre bestehende Ausstellung in der Umwelt Arena Spreitenbach Konzeptideen, um den bisher grafisch dargestellten Holzkreislauf für Schulklassen, Familien und Bauherren interaktiv erlebbar zu machen.
Mehr über unsere Erlebniswelt Holz in der Umwelt Arena
Mit einem spontanen Applaus nahmen die Holzprofis den Projektauftrag vom Leiter Kommunikation der Kuratle Group entgegen. Sie nutzten die Chance, ihre Praxiserfahrung gezielt einzubringen. Die bestehende Ausstellung wurde analysiert, Flächen vermessen und Eindrücke gesammelt.
Am Freitagmorgen folgte ein kompakter Innovations-Sprint: Ideen entwickeln, auswählen, ausarbeiten und für die Präsentation vorbereiten – alles innerhalb von vier Stunden. Noch am selben Tag wurden dem Auftraggeber sieben entwickelte Konzeptideen präsentiert.
Sieben Ideen – sieben Erlebnisse
Die erarbeiteten Konzepte überzeugten durch Vielfalt und Qualität. Jede Idee nimmt Besuchende an die Hand – und macht sie zum «Motor» des Erlebnisses. Drei ausgewählte Beispiele zeigen exemplarisch die gestalterische Bandbreite.
Holzkreislauf – Flipperkasten
Bereits vor dem Betreten der Ausstellung entsteht Neugier: Ein Hinweis auf dem Ticket der Umwelt Arena lockt zu einem interaktiven Einstieg. Beim Flipperkasten, der den Holzkreislauf spielerisch erlebbar macht, fällt beim Scannen des Tickets ein Holzball aus einer Baumkrone.
In mehreren Versuchen gilt es, den Weg vom Wald bis zur fertigen Holzkonstruktion zu durchlaufen. Wer erfolgreich ist, erhält einen Kugelschreiber von Kuratle & Jaecker als Erinnerung. Das Spiel erzeugt Aufmerksamkeit und verankert Inhalte nachhaltig. Ein physisches Mitbringsel verlängert das Erlebnis über den Moment hinaus.
Drehen – und Teil des Holzkreislaufs werden
An eine Handkurbel greifen und zu drehen beginnen – schon setzt sich ein überlebensgrosses Kreissägeblatt in Bewegung. Gleichzeitig aber auch die Stationen des Holzkreislaufs, eine nach der anderen. Der Holzkreislauf ist abstrakt – bis man ihn dreht.
Beim ersten Schritt wird der Waldboden lebendig
Ein abgedunkelter Bereich mit interaktiven Trittstellen. Beim ersten Schritt leuchtet der Waldboden auf. Beim nächsten ertönt das Fällen eines Baumes – Motorsäge, Holzknacken, Stille. Schritt für Schritt erzählt mir der Boden die Geschichte des Holzes von der Fällung über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt – der Holzkreislauf zum Erleben.
Die Reaktion des Auftraggebers
Die Rückmeldungen nach den Konzeptinszenierungen fielen begeistert positiv aus. «Ich bin überrascht, wie viele Konzepte entstanden sind, wie breit die Ideen entwickelt wurden und wie kreativ die Ansätze sind», so Pascal Nussbaum, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Kuratle Group.
Er ergänzte: «Ihr straft alle Lügen, dass Praktiker nicht kreativ sind.» Diese Aussage unterstreicht den Kern der Zusammenarbeit. Die Konzepte stammen aus der Praxis. Menschen mit Erfahrung im Umgang mit Holz brachten ihr Wissen, ihre Beobachtungsgabe, ihre Kreativität, ihr Verständnis für Material und ihre grosse Lösungsorientierung ein.
Die Stiftung WQ traut ihren Fachleuten etwas zu – und genau daraus ergeben sich immer wieder solche Momente, in denen Menschen über sich hinauswachsen.
Was jetzt zählt
Die Entscheidung über die Umsetzung der Ideen in der Umwelt Arena liegt bei der Kuratle Group. Für beide Partner ist dieses Ergebnis mehr als ein einzelnes Projekt. Es steht für ein gemeinsames Verständnis: Fachpraxis und kreatives Denken ergänzen sich und eröffnen neue Perspektiven für die Zukunft der Branche.
Über die Stiftung WQ Solothurn
Die Stiftung WQ Solothurn befähigt seit über 30 Jahren Fachleute aus der Schreiner- und Holzbaubranche, nach Krankheit oder Unfall den Weg zurück in ihre Branche zu finden. Im Mittelpunkt steht eine praxis- und branchennahe Wiederqualifizierung: Erfahrene Berufsleute erarbeiten sich eine neue Perspektive in ihrer angestammten Branche – mit dem Wissen und der Erfahrung, die sie über Jahre aufgebaut haben.
Über Kuratle & Jaecker sind die Kuratle Group und die Stiftung WQ Solothurn seit mehreren Jahren über eine Partnerschaft verbunden, die auf einem gemeinsamen Werteverständnis und der Überzeugung beruht, dass sich Investitionen in die Holzbranche nachhaltig lohnen.




